Buchvorstellung: „Osmanische Frauen- Mythos und Realität“

Bismillah

Assalamu alaikum.

Ich hoffe es geht euch allen gut. Mittlerweile ist es wirklich sehr schwer geworden ein paar schöne Fotos für die nächsten Reviews zu machen. Entweder ist es am regnen oder wie jetzt gerade ist es super kalt und bewölkt. Heute morgen hat es sogar etwas geschneit. Eigentlich das perfekte Wetter, um sich mal wieder zuhause einzukuscheln und ein Buch zu lesen.

Heute möchte ich euch gerne das Buch vorstellen, welches ich schon vor längerer Zeit erwähnt hatte. Vielleicht sucht ihr ja noch was interessantes, für die dunklen und kalten Wintertage.

Das Buch hat teilweise mit dem Thema auf diesem Blog zu tun. Es ist aber auch so sehr interessant zu lesen, besonders für diejenigen von euch, die sich gerne mit dem osmanischen Reich beschäftigen.

Wie in der Überschrift schon erwähnt heißt das Buch: „Osmanische Frauen – Mythos und Realität“.

Geschrieben wurde das Buch von Aslı Sancar. Als erstes möchte ich ein bisschen was zu der Autorin sagen.

Asli Sancar ist in Amerika geboren und aufgewachsen. Im Jahr 1968 nahm sie den Islam an, und lebte für 25 Jahre mit ihrem Mann in der Türkei. Während dieser Zeit lernte sie die türkische Sprache fließend und studierte das Leben osmanischer Frauen, unteranderem an Hand von Reiseberichten europäischer Frauen und Gerichtsprozessen aus dieser Zeit. Auf Grundlage dieser Studien entstand das Buch „Osmanische Frauen- Mythos und Realität“.

Wie der Titel des Buches schon sagt, wird mit vielen Mythen über das Leben der Frauen im osmanischen Reich aufgeräumt und man bekommt einen Einblick in die realen Lebensumstände.

Der Blick auf das osmanische Reich aus europäischer Sicht, war lange durch unzählige falsche Behauptungen und Halbwahrheiten verklärt. Das Bild von einem osmanischen Harem ist heute noch mit allen möglichen Vorurteilen behaftet. Man muss nur an die bildlichen Darstellungen von halb nackten oder ganz nackten Frauen denken, die den ganzen Tag rum liegen oder tanzen. Solche Darstellungen entspringen meistens der Fantasie, europäischer Diplomaten, die niemals einen Harem von innen gesehen haben. Das war ihnen nämlich verboten.

Auch galt die osmanische oder auch die muslimische Frau als solche, immer als unterdrückt. An diesem Bild, hat sich bis heute so gut wie nichts geändert.

In dem Buch wird sehr schön auf diese Dinge eingegangen. Dabei sind die wichtigsten Beweise, dass die osmanischen Frauen eben nicht so rechtlos und unterdrückt waren, die Reiseberichte von europäischen Frauen.

In diesen Reiseberichten wird beschrieben, wie das Leben im Harem wirklich verlief und was für uns wichtig ist, wurde auch die Kleidung der Frauen im osmanischen Reich beschrieben.

Der Harem war nicht nur ein Ort des Zusammenlebens an dem Kinder aufgezogen wurden, der Harem war außerdem eine Bildungsinstitution. Er bot Frauen die Möglichkeit, verschiedene Aufgaben zu übernehmen und auch gesellschaftlich und finanziell aufzusteigen. Frauen, die den Harem nach vielen Jahren verließen, waren gebildet in vielen Bereichen und sie hatten finanziell ausgesorgt.

Das sind Dinge, die man nie in Verbindung mit einem Harem zu hören bekommt. Auch die europäischen Frauen waren fasziniert und äußerten viel Positives.

Das Buch ist außerdem voll mit Abbildung, die osmanische Frauen oder ihre Alltagsgegenstände zeigen.

Ich habe das Buch bereits vor ein paar Monaten gelesen, aber ich bin immer noch total fasziniert. Es ist eines dieses Bücher, welches ich ewig weiter lesen könnte.

Was ich auch in Bezug auf das Thema Kleidung sehr interessant fand, war eine ausführliche Beschreibung osmanischer Frauenkleidung von einer Europäerin namens Lady Montague. Sie trug nämlich während ihres Aufenthalts selbst die für die damalige Zeit, typische osmanische Frauenkleidung.

Hier ein kurzer Auszug zu ihrer Kleidung:

„Das Hauptstück meiner Kleidung besteht aus einem Paar sehr weiter Hosen, die mir bis auf die Schuhe reichen und die die Schenkel auf eine sittsamere Art verbergen, als unsere Röcke es tun. Sie sind aus dünnem, rosafarbenen Damast, mit silbernen Blumen bestickt. “ Darüber wurde meist noch eine Art Bluse oder Kaftan mit einer Weste und einem Gürtel getragen.

Interessant finde ich dass die Hosen als bedeckender und damit „sittsamer“ als Röcke empfunden wurden. Jedenfalls geht daraus hervor, dass die Sarouel Hose ein fester Bestandteil, der damaligen Kleidung war.

Über dieser Alltagskleidung wurde beim verlassen des Hauses, ein Überwurf getragen. Ein Schleier der als „Yazma“ bezeichnet wurde, bedeckte Haare und Gesicht, bis auf die Augen.

Ich kann euch das Buch wirklich sehr empfehlen. Auch die Gerichtsverfahren aus dieser Zeit sind sehr interessant zu lesen. Man bekommt einen Eindruck von einer gelebten islamischen Kultur und wie es in der Gesellschaft umgesetzt wurde.

Außerdem wird schnell klar, dass die Frauen, nicht so unterdrückt waren, wie man es im Westen gerne darstellt.

Ein kurzer Abschnitt ist mir sehr in Erinnerung geblieben, den ich gerne zum Schluss noch mit euch teilen möchte ich folgender:

Sich zu bedecken heißt nicht, dass man unterdrückt ist. Es ist einfach ein Thema, welches heute noch aktuell ist, und was viele nicht verstehen. Unsere Freiheit ist es, wenn wir uns so kleiden können, wie wir uns eben kleiden. Es ist eine Sache von Perspektive, vielleicht könnte man uns besser verstehen, wenn man uns so sehen würde, wie die Reiseschriftstellerinnen damals.

Ich hoffe ich konnte euer Interesse an diesem Buch wecken. Ihr findet das Buch bei Amazon unter folgendem Link:

Ich hoffe diese kleine Buchvorstellung hat euch gefallen.

Beim nächsten Mal hoffe ich euch wieder eine Review präsentieren zu können.

Bis dahin wünsche ich euch ein paar gemütliche Tage zuhause.

Eure Jilbabella

Veröffentlicht von

jilbabella

Deutsche Muslima- Ehefrau- Mutter- Jilbabi- Bloggerin

3 Gedanken zu „Buchvorstellung: „Osmanische Frauen- Mythos und Realität““

  1. Assalamu alaikum wa rahmatullahi wa barakatuh Ukhti
    MashaAllah ich habe Deinen Newsletter gelesen und fand das Buch so interessant, dass ich es gleich ohne zu zögern kaufte. InschaAllah habe ich es secondhand günstiger bei medimops ueber eBay bekommen. Jetzt erst auf Deiner Seite auch die schönen 🌹Abbildungen gesehen
    BarakAllahu feeki

    Gefällt 1 Person

    1. Wa alaikum Salam Wa rahmatullah Wa barakatuh.

      Wa fiiki.😃 Dann wünsche ich dir viel Freude mit dem Buch. Ich finde es lohnt sich wirklich schon für die schönen Abbildungen. Zusammen mit dem Text ist es absolut empfehlenswert. Danke für den Tipp es gebraucht zu kaufen. Vielleicht werden andere dort ebenfalls fündig.

      Gefällt 1 Person

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