Exkurs: Das ist unser Zustand

Bismillah 

Assalamu alaikum.

Ergänzend zu dem Blogeintrag über die „Nachahmung von Kleidung“ vor einiger Zeit, möchte ich heute Auszüge aus „Hamza Yusuf / Zaid Shakir: Agenda to change our condition“ posten. 

Neben dem Aspekt der Wichtigkeit, die islamische Kleidung zu bewahren, werden noch andere wichtige Aspekte genannt, über die jeder von uns einmal nachdenken sollte. 

Man kann die Welt nur verändern, wenn man sich selbst ändert….

(Die Bilder wurden von mir hinzugefügt)

„Langsam hat sich die Kleidung der Muslime verändert. Das Kopftuch ist von den Köpfen der Frauen und der Bart von den Gesichtern der Männer verschwunden. Mäntel und bescheidene Kleidung wurde  durch lächerliche breitkrempige Hüte, starre Anzüge und Krawatten ersetzt, was dazu führte, dass Muslime nicht mehr als Stellvertreter Gottes auftraten, sondern als Lohnsklaven von westlichen Fabriken, die überall auf der Welt entstanden sind. Sandalen, die der Prophet -Frieden und Segen sei auf ihm- so sehr geliebt hatte, wurden ersetzt durch Sportschuhe, in Ausbeuterbetrieben von Menschen produziert, die so arm sind, dass sie sich nicht einmal jene Schuhe leisten könnten, die sie selbst herstellen.

Man muss sich nur Fotos anschauen, die Europäer vor hundert Jahren in der islamischen Welt aufgenommen haben, um die Würde islamischer Kleidung zu erkennen. Der amerikanische Dichter Ezra Pound sagte, dass er sich nie vorstellen konnte, wie eine Kraft, entfesselt auf der arabischen Halbinsel im siebten Jahrhundert, zum Bau von tausenden Moscheen in Cordoba führen konnte, bis er einen Blick auf das Äußere von Muslimen in Tanger im Jahre 1913 werfen konnte.

 

Tanger um 1900
  
Tanger um 1900
  
Tanger um 1900
 

Vergleichen wir dieses Bild mit den Städten der islamischen Welt heute,die voll sind von zugrunde gerichteten Jugendlichen, die nur irgend ein Ticket raus aus ihrem leeren Leben suchen, irgendwo auf der Welt, nur außerhalb ihrer Heimat.
  
Islamische Küche, einst bekannt auf der ganzen Welt, hergestellt in Häusern von Gläubigen mit Liebe und in Eingedenken des göttlichen Segens, wurde durch Industrienahrung ersetzt, der jegliche Barakah (Segen) fehlt. Muslime haben vergessen, dass Nahrung die Basis für Verhalten ist, so wie unsere Gelehrten aus dem folgenden Vers geschlossen haben:
„O ihr Gesandten, esst von den guten Dingen und handelt rechtschaffen.“ (23:51) 

Krankmachende Produkte verbreiten sich überall, sogar in den heiligen Städten Mekkah und Medinah. Muslime haben über Jahrhunderte Nahrung zu sich genommen, die voll mit Barakah war, hergestellt von Menschen mit liebenden Herzen, die Freude daran hatten, Essen zu spenden. Heute stellen sie sich in Reihen an, um Produkte zu konsumieren, die weniger Nährwert als Hunde- und Katzenfutter haben.

 

Mc Donalds – Saudi Arabien
 
Obwohl die vormoderne islamische Welt viele Probleme hatte, sehen wir in den Kernländern Reste von Städten, die einst Zentren von Wissen, Kultur und Handel waren. Sie sind Beispiele für überwältigende Architektur, für Gärten und Parks, die eine Art von Ehrfurcht in denen hervorrufen, die sie bestaunen.

  

Madrasa von Bukhara
 
Damaskus – Syrien
 

Diese großartigen Zeugnisse von islamischer Solidarität und muslimischer Lebendigkeit sind nun zum großen Teil Ruinen, ersetzt durch abscheuliche und schlecht geplante Zementgebäude, die beim leichtesten Erdstoß in sich zusammenbrechen.

 

Kairo
 
Häuser, die einst voll waren mit dem Gedenken an Allah und der Liebe zu seinem Propheten und der Liebe zu dessen Familie und Gefährten, sind
jetzt gefüllt mit leeren Filmen und dem Lärm von Fernsehprogrammen, die all jenen Werten widersprechen, welche die islamische Zivilisation gestützt haben.

Wunderschöne und inspirierende Schulen, in welchen in den Herzen der
Studenten die Liebe zu Allah und zu seinem ProphetensallAllahu alayhi wa sallam gepflanzt wurde, durch ein breites Verständnis von Allahs Religion sowie durch das Erlernen seines Buches, wurden durch grässliche säkulare Institutionen ersetzt, in denen Geringschätzung der Vergangenheit und eine Art von Langeweile vermittelt wird, die noch lange nachklingt, auch wenn das letzte sinnentleerte Buch geschlossen wurde und die ebenso stumpfsinnige Karriere begonnen hat.

Das ist unser Zustand. Spaltung herrscht überall -Misstrauen, Argwohn und Verschwörungstheorien sind in unseren Gemeinschaften weit verbreitet, und wir beschuldigen jeden außer uns selbst für unseren gegenwärtigen Zustand.“

Allah ändert nicht den Zustand eines Volkes, bis sie (die Menschen) das ändern, was in ihnen selbst ist.“ (13:11)

Auszug aus: Hamza Yusuf / Zaid Shakir: Agenda to change our condition

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Veröffentlicht von

jilbabella

Deutsche Muslima- Ehefrau- Mutter- Jilbabi- Bloggerin

7 Gedanken zu „Exkurs: Das ist unser Zustand“

  1. as salamu aleykum wa rahmatullahi wa barakatuhu
    möge Allah subhanahu wa ta’ala deine gute arbeit segnen.
    schöne worte, die du gefunden hast in diesem beitrag!
    darf ich fragen, woher du die fotos zu tanger um1900 hast?

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  2. Salam alaikum Uchti,
    inshaAllah geht es dir / euch gut.
    Jazaki Allahu kheiran,. Vielen Dank für deinen Beitrag. Das trifft es ganz genau.
    Leider rennen viele Muslime nur hinter den Oberflächlichen Dingen her. Das Beispiel mit dem Essen ist sehr gut. denn das gekochte, gemeinsame Essen spielt eine große Rolle für den Familienzusammenhalt.
    Mir und meinen Mann gefällt dein Blog sehr gut, da du nicht nur islamische Kleidung vorstellst und sie sehr schön präsentierst, sondern weil du uns immer wieder dank Allah gute Erinnerungen an Achira gibst.

    In diesem Sinne eine gesegnete Woche
    vielen Dank
    Schwester Sumaya

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    1. Wa alaikum Salam Schwester. Vielen Dank für deinen lieben Worte. Ja du hast recht. Gerade in der Familie sollte man darauf achten, mindestens einmal am Tag zusammen am Tisch zu sitzen und zu essen. Ich finde auch das Kinder lernen sollten, dass essen nicht nur aus der Tüte oder Dose kommt. Ich wünsche dir ebenfalls eine gesegnete Woche.💕

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