Mein grauer Çarsaf aus Çarsamba 

Bismillah

Assalamu alaikum.

Heute gibt es einen kleinen Rückblick auf meine Türkeireise. Aus zeitlichen Gründen konnte ich den grauen Çasaf, den ich in Istanbul gekauft habe noch nicht vorstellen. Außerdem gibt es noch einige Hintergrund Infos zum Çarsaf tragen in Istanbul. Ich habe nämlich vor Ort eine junge Frau für meinen Blog interviewt. 

Als ich den ersten Çarsaf aus Istanbul von Dua Giyim vorgestellt habe, gab es schon ein paar kleine Infos zu dem Bezirk Çasamba. Heute gibt es endlich ein paar Bilder von dem wunderbaren neuen Çarsaf in grau und noch einige ergänzende Infos. 

Gekauft habe ich den Çarsaf wie schon gesagt in Çasamba, in einer kleinen Ladenpassage. Der kleine Laden war bis unter die Decke voll mit Çarsaf Modellen in  verschiedenen Farben. Normalerweise sind die meisten Çarsaf Modelle schwarz. Dieser Laden hatte aber auch  dunkle grün, grau, braun und blau Töne. Es wird sehr auf dezente Farben geachtet. Rosa, hellblau oder lila sucht man hier vergebens. 

 

die Ladenpassage
 
Die Verkäuferin trug selbst auch einen schwarzen Çarsaf, der knapp unter dem Mund mit einer Nadel zusammen gepinnt war. Außerdem war das Çarsaf- Oberteil bei ihr, hinten am Rock festgenäht. Sie konnte ein bisschen englisch sprechen. Mit Händen und Füßen habe ich ihr dann versucht zu erklären, dass ich ein anderes Modell als ihres suche. 

Ich hatte dann die Auswahl zwischen schwarz, grau und blau. Ich habe mich für ein Modell mit Kinnabdeckung in dunkel grau entschieden, wo der Rock nicht am Oberteil festgenäht ist. Die Ärmel haben Manchetten mit jeweils einem Knopf daran. (Die Knöpfe habe ich später gekauft und selbst angenäht.)  wie bei dem ersten Modell was ich gekauft habe, sind die Ärmel von den Machetten aus offen. 

Der Stoff ist dünner als bei dem anderen Modell. Es ist ein sehr leichter und dünner Crepstoff, der aber nicht durchsichtig ist. 

Nach meinem Kauf, wollte ich der Verkäuferin noch ein paar Fragen stellen. Ich sagte ihr, dass ich einen Blog habe und über islamische Kleidung schreibe. Daraufhin war sie bereit mir ein paar fragen zu beantworten.

Ich habe sie gefragt: In der Türkei ist es weit verbreitet, dass man ein Kopftuch mit einem Mantel trägt. Warum trägst du einen Çarsaf?

Antwort: In erster Linie gehöre ich einer bestimmten Cemaat (Gemeinschaft) an. Wir folgen einem  Hoca (gemeint ist Cübbeli Ahmet Hoca) und alle Frauen der Cemaat  tragen einen Çarsaf.

Frage: Aber warum gerade diese Art der Bedeckung? Warum meinst du dass der Çarsaf die bessere Art der Bedeckung ist?

Antwort: Wir verstehen die Aya im Koran „und sie sollen ihre Übergewänder reichlich über sich ziehen“ (33:59) auf diese Art und Weise. Für uns ist der Çarsaf die bessere und richtigere Art uns zu bedecken. 

Ich hätte ihr am liebsten noch mehr Fragen gestellt, weil ich diese Konsequenz in Sachen Kleidung dieser Gemeinschaft sehr bewundernswert finde. Der Çarsaf ist schon fast eine Art Uniform und man erkennt sofort wer zur Cemaat gehört und wer nicht. Ich bin mit meinem lila Jilbab natürlich sofort aufgefallen. Ich möchte an dieser Stelle nicht auf die Ansichten dieser Gemeinschaft eingehen. Es geht in erster Linie um die Kleidung. Nur so viel: die Gemeinschaft heißt İsmail Ağa Cemaati und richtet sich nach dem Sufismus. Ich selbst kann dem Sufismus nichts abgewinnen und ich sehe einiges sehr kritisch. Aber darauf werde ich jetzt nicht weiter eingehen. 

Du junge Frau war wirklich sehr freundlich, wenn auch etwas scheu wie die meisten Frauen in Çarsamba.

Hier nun noch einige Bilder von dem Çarsaf.

vor der Ortaköy Moschee

Der Stoff fühlte sich federleicht an. Wirklich gemütlich auch wenn man den Çarsaf von morgens bis abends trägt. 

   
 
Er ist etwas kürzer hinten als ein Jilbab, dadurch ist er aber zusätzlich viel leichter, da weniger Stoff am  Kopf zieht. 

 

vor der Süleymaniye Moschee
 
 
Sicht über Istanbul vom Galata Turm aus
 
Der Kopfteil hat auch hier den Typischen Çarsaf- Schnitt mit einem leichten Bogen am Kopfband. Die Kinnabdeckung kann auch als Niqab benutzt werden.

Ich hoffe diese etwas andere Review hat euch gefallen. In den nächsten Tagen mache ich mich an das Gewinnspiel und den Blog Umzug. 

Bis dahin 

Assalamu alaikum

Eure Jilbabella

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Veröffentlicht von

jilbabella

Deutsche Muslima- Ehefrau- Mutter- Jilbabi- Bloggerin

5 Gedanken zu „Mein grauer Çarsaf aus Çarsamba “

  1. Assalamun aleykum Schwester,

    Dein Beitrag ist wirklich sehr interresant und dein neuer Çarşaf sehr schön.

    Ich wollte nur fragen warum du dem Sufismus nichts abgewinnen kannst?
    Würde mich sehr interessieren…

    Gefällt mir

    1. Wa alaikum Salam.
      Meiner Meinung nach geht der Sufismus in vielen Punkten in „Extreme“. Zum Beispiel die Verehrung von verstorbenen Gelehrten und deren Gräbern. Ich habe es selbst in Istanbul gesehen, wie Duas an Verstorbene gerichtet werden, was mit dem Islam nicht vereinbar ist. Auch speziell die Naqshbandi Bewegung wie in Çarsamba, folgen blind einem Oberhaupt, was teilweise schon einen Sektenhaften Charakter hat. Sufische Praktiken wie das sich im Kreis drehen oder ähnlicher Verlust der Selbstbeherrschung steht für mich nicht im Einklang mit dem Islam. Man darf nie die Kontrolle über sich selbst verlieren. Das ist meine Meinung und deshalb habe ich mich schon immer dem Sufismus an sich abgeneigt gefühlt. Obwohl ich wie gesagt die Lebensart, besonders der Gemeinde in Çarsamba sehr interessant finde.

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