Wie viel „Schmuck“ ist erlaubt?

Bismillah 

Assalamu alaikum.
Heute geht es darum wie viel Schmuck man als Muslima zeigen darf. Viele Fragen sich vielleicht, ob man als Muslima Ringe, Armbänder, Uhren usw. tragen darf.
Diese Frage versuche ich heute anhand der Hadtihe und von Quran Versen zu klären.
Ich beziehe mich dabei auf das Buch „Erlaubtes und Verbotenes im Islam“ (al- halal wa-l- haram fi-l-islam) von Dr. Yusuf al Qaradawi.
„…und dass sie nicht ihre Reize zur Schau tragen, es sei denn, was sichtbar sein muss…“(24:31)
Mit den „Reizen“ sind hier sowohl die natürlichen Reize wie Gesicht, Haare und andere anziehende Körperteile gemeint. Jedoch schließt es auch die künstliche Verstärkung der Schönheit durch Schmuck und Make Up mit ein. ALLAH hat den Gläubigen Frauen nahe gelegt, die Reize nicht zur Schau zu stellen außer  „was sichtbar sein muss“.
Was genau mit dieser Ausnahme gemeint ist, dazu gibt es verschiedene Meinungen unter den Gelehrten. 
1. ist es das was ohne Absicht und notwendiger Weise entblößt wird wie wenn z.b der Wind ein Körperteil frei legt?
  
2. oder ist es das was der Sitte nach, gefühlsmäßig oder ganz natürlicher Weise entblößt wird?
  

 

Die Mehrheit der früheren Gelehrten hat die 2te Meinung vertreten. 
Ibn Abbas (r) erläuterte den Satz, „was sichtbar sein muss“ als „kuhl“ (Augenschminke) und den Ring, den man am Finger trägt. Der selben Meinung war auch Anas, dass es erlaubt ist Gesicht und Hände zu zeigen, und dass die Augenschminke und Ringe mit inbegriffen sind.
Said ibn Dschubair(r), Ata und al- Azawi waren ausdrücklich der Meinung, dass Gesicht und Hände gezeigt werden dürfen. 
Aischa (r) und andere waren sogar der Meinung, dass Armbänder ebenfalls dazu gehören und gezeigt werden dürfen. Das beinhaltet, dass ein kleiner Teil des Armes gezeigt werden darf. Einige Gelehrte sagen sogar, dass der Unterarm eine Handspanne breit gezeigt werden darf. 
  
Dagegen waren andere wie ibn Masud der Meinung, dass der Satz „was sichtbar sein muss“ bedeutet, was notwendigerweise sichtbar ist. Damit meinte er das Übergewand (Jilbab, Tschador, Abaya, Burqa).
  
Yusuf al Qaradawi vertritt die Meinung, dass sich der Satz „was sichtbar sein muss“ auf Gesicht und die Hände bezieht und deren gewöhnlichen Schmuck ohne Übertreibung. Das heißt normaler Handschmuck wie Ringe und Armbänder und dezente Augenschminke sind erlaubt. Damit ist aber nicht gemeint, dass man sich stark schminken oder die Fingernägel lackieren darf. Innerhalb des Hauses ist es natürlich erlaubt. 
Als Argument gegen die Pflicht Gesicht und Hände zu bedecken sagt Qaradawi folgendes: würde man unter dem Satz “ was sichtbar sein muss“ das Übergewand verstehen, dann ist das nicht besonders logisch denn das Übergewand lässt sich nicht verbergen. Warum also diese Ausnahme? Vernünftigerweise macht eine Ausnahme nur dann Sinn, wenn auch das Gegenteil herbei geführt werden kann. Einer Frau zu erlauben ihr Übergewand zu zeigen, macht keinen Sinn, da sie es ja nicht verbergen kann! Somit macht es Sinn das Gesicht und Hände davon ausgenommen sind.
Dieses Argument wird durch die Worte ALLAHs gestützt: „Sage den Gläubigen Männern und Frauen, dass sie ihre Blicke senken sollen“. Daraus geht hervor, dass die Gesichter der Frauen damals nicht bedeckt waren. Warum sollte man die Blicke senken, wenn es doch gar nichts zu sehen gibt?
  
Natürlich gibt es auch genug Argumente dazu, dass die Frauen auch ihre Gesichter bedecken sollten. Das werde ich aber ein anderes Mal aufgreifen. Heute geht es nur um den Schmuck.
Ob Füße gezeigt werden dürfen, da gibt es wieder unterschiedliche Meinungen. Jedoch wird durch folgenden Quranvers klar, dass der Schmuck den man trägt, keine Geräusche machen darf.
„Und sie sollen nicht ihre Füße zusammenschlagen, damit nicht ihr verborgener Schmuck bekannt wird.“ 
  
Ein klirren und klimpern von Schmuck, kann ebenfalls die Aufmerksamkeit der Männer erregen. (Wer schon mal einen Bollywoodfilm gesehen hat, der weiß dass die klirrenden Fußkettchen von den Männern besungen werden. Indische Fußkettchen sind meistens sogar mit kleinen Glöckchen versehen.)
Also in der Regel gilt, dass Fußkettchen zwar erlaubt sind aber sie dürfen keine Geräusche machen. Das gilt auch für Armreifen. 
  
Gegen dezenten Handschmuck ist laut dieser Meinung also nichts einzuwenden, außerdem darf „kuhl“ benutzt werden um die Augen zu schminken. 
Ich hoffe dieser Beitrag war hilfreich für euch.
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Veröffentlicht von

jilbabella

Deutsche Muslima- Ehefrau- Mutter- Jilbabi- Bloggerin

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