Der Hijab- früher und heute

Bismillah

Assalamu alaikum.

Eigentlich sollte dieser Artikel schon gestern fertig sein aber mir ist leider etwas dazwischen gekommen.

Heute geht es also um das Thema „Der Hijab- früher und heute“.

Sprachlich bedeutet das Wort Hijab „Schleier“, „Vorhang“, „Trennwand“ oder „Hülle“. In Bezug auf die Frauen kommt das Wort in der Sure 33 Vers 53 vor, darum wird er auch der Hijab- Vers genannt.

„Oh ihr, die ihr glaubt! Betretet nicht die Wohnstätte des Propheten, es sei denn, es wird euch Erlaubnis zu einem Essen gegeben, ohne die Zeit seiner Zubereitung abzuwarten- doch wenn ihr eingeladen werdet, dann tretet ein, und wenn ihr gegessen habt, dann geht auseinander- und ohne es euch bei einer Unterhaltung gemütlich zu machen. Dies belästigt den Propheten, und er ist vor euch beschämt, aber ALLAH findet nichts Beschämendes an der Wahrheit. Und wenn ihr sie (die Ehefrauen des Gesandten) nach einem Gegenstand fragt, dann fragt sie von hinter etwas Trennendem (Hijab), dies ist reiner für eure Herzen und ihre Herzen. Und es gebührt euch keineswegs, dass ihr ALLAH’s Gesandten belästigt, auch nicht dass ihr seine Ehefrauen nach ihm jemals heiratet. Gewiss, dies ist bei ALLAH eine Ungeheuerlichkeit.“ (33:53)

Aus diesem Vers lassen sich als erstes 5 Themen entnehmen.

1. die Privatsphäre des Propheten sas hat unter den vielen Besuchen der Muslime gelitten.

2. Die Muslime wurden aufgefordert, die Wohnung des Propheten sas nur noch nach ausdrücklicher Aufforderung zu betreten und nicht länger zu bleiben als nötig. Besuchszeiten wurden somit geregelt.

3. das Verhalten der muslimischen Männer gegenüber den Ehefrauen des Propheten sas wurde geregelt innerhalb des Hauses. Keine Kommunikation von Angesicht zu Angesicht und eine Trennung durch einen Vorhang (Hijab) wurde vorgeschrieben.

4. Jede Belästigung des Propheten sas wurde verboten.

5. Die Frauen des Propheten sas, dürfen nach dem Tod des Propheten sas nicht wieder verheiratet werden.

Nun muss man sich in diesem Zusammenhang den Offenbarungsgrund dieses Verses anschauen, um zu sehen wie die Umstände waren. Sehr wichtig ist hier ein Hadtih der von Anas ibnu Malik stammt.

Anas ibnu Malik sagte: Unter den Menschen weiß ich am besten Bescheid über diese Aya, die Aya vom Hijab: Nachdem Zainab bint dschaash als Braut geschmückt und zum Gesandten ALLAHs (sas) nach Hause gebracht worden war, hatte er Essen vorbereiten lassen und die Männer dazu eingeladen. Dann saßen sie und unterhielten sich lange; so dass der Prophet sas wiederholtermaßen hinausging und zurückkehrte, während diese weiterhin saßen und sich unterhielten. Dann sandte ALLAH hinab: “ „Oh ihr, die ihr glaubt! Betretet nicht die Wohnstätte des Propheten, es sei denn, es wird euch Erlaubnis zu einem Essen gegeben, ohne die Zeit seiner Zubereitung abzuwarten-“ bis zu seinen Worten „hinter etwas Trennendem (Hijab)“, daraufhin wurde der Vorhang herunter gelassen und die Männer sind aufgestanden und gegangen.“ (bukhari)

Ein weiterer Hadith stammt von Umar ibn al Khattab (r) der Folgendes sagte: “ „ALLAH’s Gesandter! Deine Wohnung betreten die Guten und die Schlechten, hättest du den Müttern der Gläubigen den Hijab geboten! So hat ALLAH die Aya über den Hijab hinabgesandt. (Bukhari)

Aus diesen Hadithe. Ist ebenfalls klar erkennbar dass das Hauptthema zum einen die Privatsphäre des Propheten sas geschützt werden sollte, und ebenso dass die Mütter der Gläubigen geschützt werden sollten.

Nur wie steht das alles nun in Verbindung mit einer islamischen Bedeckung? Die Gelehrten haben die Verse über die islamische Bedeckung der Frau zusammen gedeutet und sind zu einem Konsens gekommen, dass die islamische Bedeckung egal ob man es nun Hijab, Jilbab oder Khimar nennt, bestimmte Kriterien erfüllen muss.

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Gibt man heute mal im Internet das Wort Hijab ein wird man kaum Bilder finden die dieser Definition entsprechen. Der Hijab der ja fälschlicher Weise immer mit Kopftuch übersetzt wird, ist ja eben mehr als nur ein Tuch, welches die Haare bedeckt.

Schaut man sich mal um wird man merken, das die meisten, die von sich behaupten sie tragen den Hijab, vielleicht noch nicht einmal Schultern oder den Brustbereich bedecken.

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Eigentlich eine traurige Entwicklung, wenn man sich bewusst macht was man früher unter dem Wort Hijab verstanden hat. Jeder hat die Chance sich weiter zu entwickeln und keiner ist Perfekt aber man kann sich immer Schritt für Schritt bemühen. Man kann damit beginnen sich größere und breitere Schals zu kaufen, die wenigstens Schultern, Nacken und Brustbereich bedecken.
Oder die am besten sogar bis zur Hüfte reichen. Darunter kann man eine lockere Abaya tragen.

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So habe ich es zum Beispiel bis vor kurzem noch getragen, bevor ich zum Jilbab kam. Anfangs hatte ich auch ein bisschen Angst wie die Leute wohl reagieren könnten, aber bis jetzt habe ich keine negativen Reaktionen zu spüren bekommen und möchte ich schon garnicht mehr ohne Jilbab raus.

ALLAH macht es einem leicht, wenn man versucht sich ihm anzunähern. Man muss nur einen Fuß vor den anderen setzten und man darf sein Ziel nicht aus den Augen verlieren.

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Veröffentlicht von

jilbabella

Deutsche Muslima- Ehefrau- Mutter- Jilbabi- Bloggerin

7 Gedanken zu „Der Hijab- früher und heute“

  1. Ein komplexes Thema, denke ich, das viel zu viel von einer falschen Scholastik geprägt ist. Die Art von Verhüllung, wie sie heute noch im Islam praktiziert wird, entstammt eben nicht dem Koran, sondern ist etwas, was nachweislich aus älteren Kulturen übernommen wurde; dazu muß man sich nur einmal mit dem Frühislam beschäftigen, dem derlei Verhüllung vollkommen fremd war.

    Herzliche Grüße,
    Der Salva

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    1. Danke für deinen Kommentar. Ja ein komplexes Thema das stimmt. Nur stammt die Aufforderung zur Verhüllung, sehr wohl aus dem Quran und der authentischen Sunna des Propheten. Die Worte „Jilbab“ und „Khimar“, die im Quran erwähnt werden beziehen sich ganz klar auf die Bedeckung der Frau von Kopf bis Fuß nach einigen Meinungen mit Ausnahme des Gesichts und der Hände.

      Natürlich gab es vor dem Islam schon eine Art von Bedeckung aber nicht in der Form wie sie in dem Khimar- bzw. Jilbab Vers befohlen wurde.
      1400 Jahre von Gelehrten Gererationen würden das bestätigen. Und als Frau die sich islamisch Bedeckt spürt man die Weisheit dahinter jeden Tag. 😊

      Liebe Grüße zurück.

      Gefällt 1 Person

      1. Nicht, daß das so verstanden wird, daß ich (gerade als Mann) etwas gegen das islamische Prinzip der Pardah/Purdah hätte – nichts läge mir ferner, bitte.

        Daß das Argument mit den sogenannten islamischen Gelehrten indes eher kein Argument ist, kann man, meine ich, sehr gut an den Zuständen in den sogenannten islamischen Ländern erkennen. Vergleicht man diese mit dem, was der Prophet gelehrt hat, und auch er sagte ja sinngemäß, daß man seine Anhänger an ihren Früchten erkennen werde, dann ist der Islam heute m.E. so gut wie tot, nein, eigentlich ist er sogar tot und das schon sehr lange (das aber ist eine andere Diskussion). Mit anderen Worten, man lese nur mal Koran 9:34 oder gerne auch 5:54 oder 5:61 usw. usf., und es dürfte nicht allzu schwerfallen zu erkennen, daß das mit den Gelehrten folglich eine recht zweischneidige Sache sein kann.

        Es bleibt die Frage, was mit „Schmuck“ gemeint ist, den die Frauen dem Koran zufolge bedecken mögen. Dann wiederum gibt es Frauen, die ihre „Reize“ nicht mehr bedecken müssen. Auch gibt es viele verschiedene und unterschiedliche Kulturen auf diesem Planeten, denen es vernünftigerweise freigestellt sein muß, ihre eigene Auslegung in der Sache vorzunehmen. Und mal ganz abgesehen davon, daß wir hier gerade von Äußerlichkeiten sprechen, mit denen sich das Prinzip der Pardah eigentlich überhaupt nicht beschäftigt.

        Bedeckung von Kopf bis Fuß ist ein Mythos, zumindest wenn versucht wird, das aus dem Koran abzuleiten, und daß dann auch noch zwangsweise.

        Wie man sich als Frau fühlen kann, die ihren Körper entgegengesetzt der sie umgebenden Gesellschaft behandelt, nun ja, das ist wiederum ein anderes Feld, in diesem Falle der Psychologie.

        Danke für diesen Diskurs und mit herzlichem Gruße,
        Der Salva

        P.S.: Falls Sie der englischen Sprache mächtig sind, lade ich Sie herzlich ein, neben den deutschsprachigen „Seelenfragen“-Einträgen auf meinem Blog auch einmal einen BLick auf die dortigen englischsprachigen „Soul-Questions“-Einträge zu werfen. Aber auch ansonsten finden Sie auf meinem Blog viele Einträge, die sich mit islamischem/sufistischem Gedankengut beschäftigen.

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      2. Ich finde es gut, dass sie sich als Mann überhaupt mit dem Thema auseinander setzten. Die Argumente die sie bringen kenne ich über die Jahre schon zur Genüge und so viele Gegenbeweise man auch bringt, es wird sich nichts an der Haltung des anderen ändern und darum bin ich, besonders mit den Argumenten gegen die islamische Bedeckung, mehr als durch. Ich habe Jahrelang Orientalistik studiert. ich weiß wovon ich rede. Deswegen bin ich auch langsam damit durch, dass immer wieder auf die Selben Suren hingewiesen wird, obwohl man vielleicht nicht mal drei Worte arabisch kann. Ich finde man sollte sich immer den Originaltext anschauen und die linguistische und fachspezifische Bedeutung einzelner Wörter.

        Ich bin zu 110% überzeugt, dass die islamische Bedeckung von Kopf bis Fuß verpflichtend ist und auch wenn ich die Einzige Muslima auf der ganzen Erde wäre, würde ich meine Bedeckung nicht ablegen.

        Mein Blog soll jetzt auch nicht zur Diskussionsplattform werden. Dafür gibt es genug Foren. Hier geht es einfach um die Liebe zur islamischen Bedeckung.

        Aber trotzdem nochmal danke fürs Kommentieren und mitlesen.

        Schöne Grüße

        Ps.: Falls sie der arabischen Sprache mächtig sind empfehle ich klassische arabische Fiqh Literatur zu diesen Themen. 😉

        Gefällt 2 Personen

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